Verzell doch das em Fährimaa – Folge 18

Heimathafen am Ende der Welt

Natürlich ist man als Fährimaa gewohnt, quasi zwischen zwei Welten hin und her zu pendeln. Aber alles hat seine Grenzen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn bekanntlich trennt mich nicht nur der Rhein von meiner alten Heimat, sondern eine Staatsgrenze.

Zwanzig Jahre nach meiner Übersiedlung, nein eigentlich schon nach zehn Jahren, habe ich mir erstmals Gedanken darüber gemacht, meine Beziehung zu Deutschland offiziell zu machen. Zwei Anläufe später habe ich meine Entscheidung nicht nur gefällt, sondern die entscheidenden Schritte auch ausgeführt. Jetzt bin ich Deutscher. Unter anderem.

Erfahren Sie in der 18. Folge mehr über die Deutschwerdung des Fährimaas und was das über ihn, die Schweiz und die Welt im allgemeinen aussagt.

 

Bekämen Sie den deutschen Pass?

Wenn Sie beabsichtigen, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten, kommen Sie nicht an einem Staatsbürgtest vorbei. Dieser besteht aus 33 Fragen (aus einem Pool von 310 Fragen), welche Sie in einem Multiple-Choice bewältigen müssen. Dafür haben Sie 60 Minuten Zeit. 17 Punkte reichen, um ihn zu bestehen. Hier eine Auswahl:

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Die Kehrseite

Man kann das Thema Heimat nicht besprechen, ohne auch die weniger schönen Seiten des Begriffs zu erfassen. Gut, man könnte im Rahmen eines Blogs oder eines Podcasts darüber hinwegsehen. Aber das bedeutet nicht, dass diese unerfreulichen Aspekte damit verschwunden wären. Ganz im Gegenteil.

Der Fährimaa ist gerne Schweizer. Ganz einfach deshalb, weil er das Glück hatte in einer Hochphase dieses Landes zur Welt zu kommen. 50 Jahre früher und die Begeisterung wäre nicht zwingend so gross gewesen…

Exportschlager Arbeitskräfte aus der Schweiz

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Schweiz nämlich ein klassisches Auswanderungsland. Noch heute finden wir überall auf dieser Welt Spuren von unseren Vorfahren, die ihr Glück in Amerika, aber auch in Deutschland, Frankreich, Italien oder sonst wo auf diesem Planeten gesucht und in vielen Fällen wohl auch gefunden haben. Wie schnell das kollektive Gedächtnis solche Umstände verdrängen kann, ist wirklich erstaunlich.

Nein, die Schweiz hat wirklich kein Recht, sich gegenüber Migranten hochmütig zu zeigen. Sie wäre gut beraten, selbst wenn sie nicht alle Menschen aus anderen Ländern und Regionen bei sich aufnehmen kann, diesen verständnisvoll und mit Respekt zu begegnen.

Meine weitgehend mühelose Einbürgerung in Deutschland hat mich wieder einmal daran erinnert, dass dies nicht selbstverständlich ist. Und dass vergleichbare Verfahren in vielen Regionen der Schweiz nach wie vor von Willkür und Ignoranz geprägt sind.

TIPP: Auswanderungsland Schweiz

Wer mehr über die Schweiz als Auswanderungsland erfahren möchte, findet interessante Informationen im Schweizerischen Bundesarchiv (Klick auf diesen Link führt Sie direkt in die Themenwelt)

Vom Heimathafen am Ende der Welt - (Directors Cut)

von dr Fährimaa Sidney Batt | Verzell doch das em Fährimaa