Verzell doch das em Fährimaa – Folge 23

Höhenrausch im hohen Norden

Wie lebt es sich, wenn einem das Wasser nicht nur sprichwörtlich jeden Tag bis zum Hals steht? Nun, nicht allzu schlecht, wenn man sich erst einmal daran gewöhn hat.

Nicht dass Sie nun denken, in der 23. Folge von „Verzell doch das em Fährimaa!“ würde Fährimaa Sidney Batt nun einen sozialpolemischen Weg beschreiten. Nein, zu dieser Befürchtung gibt es absolut keinen Anlass.

Die Sache mit der Meereshöhe

Hier geht es wie immer in diesem Blog um dessen neue Heimat Schleswig-Holstein. Denn das nördlichste Bundesland liegt zu großen Teilen unterhalb des Meeresspiegels. Ähnlich wie in den Niederlanden wurde dem Meer hier über viele Jahrhunderte wertvoller Boden abgerungen. Wobei man als Alpenländler vermutlich darunter einen abgeschlossenen Prozess versteht: Dämme und Deiche erstellen, Land entwässern, fertig ist die Landgewinnung.

Falsch gedacht. Wer in den Infight mit dem Meer geht, stellt sich einem übermächtigen Gegner entgegen. Ein Gegner, welcher sich nicht auf einen fairen Kampf einlässt, sondern jede noch so kleine Schwäche gnadenlos ausnutzt. Deshalb ist der Mensch im echten Norden seit Anbeginn der Landgewinnung damit beschäftigt, das gewonnene Territorium gegen die wütenden Reaktionen der Nordsee zu verteidigen.

Und so kommt es, dass im Verlaufe der Jahre die Deiche immer höher und die dahintersteckende Technik immer raffinierter und durchdachter geworden ist. Doch die Höhe der Deiche hat physikalische Grenzen und auch wirtschaftlich muss man sich irgendwann die Frage stellen, ob sich der Aufwand am Ende noch lohnt.

Der ewige Kampf mit dem Wasser

Eigentlich ist der Küstenschutz nicht das Thema, welches Fährimaa Sidney Batt besonders unter den Nägeln brennt. Denn entweder er befindet sich auf einem Schiff und damit vor der Küste oder aber er wohnt in seinem Palast im Landesinneren auf luftigen 18 Metern Höhe. Mit anderen Worten: Ihm steht das Wasser in der Regel nicht bis zum Hals…

Wobei der Klimawandel doch dafür sorgt, dass beinahe jeder im echten Norden eine gewisse Betroffenheit spürt. Nicht, dass zu erwarten wäre, der Anstieg des Meeresspiegels würde dafür sorgen, dass sein Anwesen demnächst eine Schiffsanlegestelle beinhalten könnte. Nein, ganz so hoch fallen selbst die apokalyptischsten Prognosen nicht aus.

Nein, das Problem ist nicht das Meer, sondern das Wasser hinter dem Deich. Weshalb dem so ist, erklärt der Fährimaa in Podcast „Höhenrausch im echten Norden“. Nur so viel: Wir sind uns gewohnt, dass Flüsse in irgend einem Meer münden. Der Rhein in die Nordsee, die Rhone im Mittelmeer, der Ticino auch im Mittelmeer und der Inn im Schwarzen Meer.

Das alles ist möglich, weil die Quelle der Flüsse deutlich über dem Mündungspunkt liegen. In einem Land, in welchem die fliessenden Gewässer unter dem Meeresspiegel liegen, kann das Wasser nicht abfliessen. Und das bedeutet, dass dem Land dann nicht nur sprichwörtlich bis zum Hals steht.

P.S. Was es mit dem Höhenrausch im hohen Norden zu tun hat…

Wenn Sie wissen wollen, weshalb dieser Beitrag mit “Höhenrausch im hohen Norden” betitelt wurde, müssen Sie sich schon den Podcast anhören… 😉