Scandinavian Park

Eine Begegnung der anderen Art

Mein erster Kontakt mit Flensburg hatte ich – wen wunderts – auf einer Brücke in der Pfalz, als ich auf dem Weg nach Luxembourg etwas zu schnell unterwegs war… Die Punkte, welche man für solche Vergehen erhält, werden bekanntlich in Flensburg gelagert. Ich war noch nie dort, aber ich stelle mir eine Art Bank mit einem riesigen Safe vor, in welchem all diese Punkte fein säuberlich sortiert, sicher aufbewahrt werden.

Meine zweite Begegnung war nicht weniger unerfreulich. Es war während unserer Erkundungstour auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe für die letzte Hälfte unseres Lebens. Wir rödeln also im Bereich der dänischen Grenze von Hausbesichtigung zu Hausbesichtigung, bis mir der steigende Druck in meiner Blase deutlich zu verstehen gibt, dass es an der Zeit wäre ein Café aufzusuchen. Zum Glück geschah dies in einem urbanen Umfeld, wo man mit solchen Gaststätten durchaus rechnen kann.

Wo ist die Toilette, wenn man sie braucht?

Allerdings nicht auf unserer Route, welche das eigentliche Zentrum nördlich umfuhr. Weit und breit kein Café oder Tagesrestaurant zu sehen. Nirgends, ich schwör es! Der Druck stieg und im gleichen Maße mein Missmut über eine unfreundliche, ja hässliche Stadt, welche Besuchern jede Möglichkeit verweigert, sich in angemessener Weise zu erleichtern. Da, nachdem das Zentrum bereits hinter uns lag und die Hoffnung auf eine Gaststätte bereits in den letzten Zügen lag, erkannte ich ein modernes Gebäude mit großer Glasfassade und der Beschriftung: Cappuccino, Latte Macchiato., Coffee to go. Wir runter von der Strasse, rauf auf den großen Parkplatz und nichts wie rein ins Gebäude.

In meiner Naivität war ich dort erstaunt, dass es kein eigentliches Café gab – zumindest keines, was wir in der Schweiz als solches bezeichnen würden – sondern eher eine Art Kaffeeecke. Ein Bistro, wie man es aus Einkaufszentren kennt.

Der Scandinavian Park ist kein Einkaufcenter wie jedes andere

Das war auch nicht weiter erstaunlich, denn es handelt sich um ein Einkaufszentrum: Wenn ich mich nicht irre war es der Scandinavian Park (ehrlich gesagt hatte ich Nordic Park im Kopf, aber das ist ja eigentlich unwichtig). Wie mir nach Erledigung meines Geschäftes rasch klar wurde, war der Name Programm. Das Zentrum hiess nicht etwa so, weil es so nahe an der dänischen Grenze lag. Es wurde so nahe an der dänischen Grenze gebaut, weil die Skandinavier angesprochen wurden.

Wer im Scandinavian Park einkauft, kommt mit Sicherheit nicht zu Fuss, sondern mit Pickup oder einem Lieferwagen mit dänischer Nummer. Das Einkaufsverhalten der Kunden war ziemlich einseitig: Bier, Bier, Bier in riesigen Mengen, Cola und Gummibärchen. Jetzt ist es natürlich nicht so, dass die Dänen nach Deutschland kommen um das leckere deutsche Bier zu kaufen. Sie bevorzugen selbstverständlich dänisches Bier, welches sie hinter der Grenze deutlich (!!) günstiger erwerben können, wie im eigenen Land. Entsprechend packen Sie ihre Transporter denn auch voll. Der Einkaufstourismus der Schweizer im benachbarten Deutschland ist dagegen wirklich harmlos, dass müsst Ihr mir glauben.

Schweden sind noch härter drauf!

Vermutlich kaufen auch Schweden im Scandinavian Park ein. Wer schon einmal mit der Fähre zwischen Helsingør und Helsingborg unterwegs war, wird mit mir die Vermutung teilen, dass Schweden in diesem Falle kaum mit dem Pickup vorfahren, sondern gleich mit einem Truck anreisen würden.

Wie auch immer: Der Scandinavian Park bei Flensburg ist ganz sicher eine Erfahrung für Menschen, mit einem eher konservativen Verhältnis zu Alkoholkonsum. Eine Reiseempfehlung ist es hingegen eher weniger.

Tipp

Noch ein kleines nice-to-know für Deutschlandreisende: In Deutschland findet man in vielen Supermärkten kostenlose, saubere Toiletten. Hat mir schon das eine oder andere Mal im wahrsten Sinne des Wortes aus der Not geholfen.

 

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